Zum Inhalt springen

Krankenkasse für die Familie in der Schweiz: Kosten (2026)

Jede Person zahlt ihre eigene Prämie, auch jedes Kind. Was die Krankenkasse für Familien 2026 kostet und wie Kinderprämien und Prämienverbilligung entlasten.

schweiz-start.ch Redaktion ca. 7 Min. Lesezeit

Eine kostenlose Familienversicherung gibt es in der Schweizer Grundversicherung nicht. Wenn deine Familie in der Schweiz versichert ist, braucht jedes Familienmitglied eine eigene Police und zahlt eine eigene Prämie, auch ein nicht erwerbstätiger Elternteil und jedes Kind. Für das Familienbudget addierst du die einzelnen Prämien und planst zusätzlich eine Reserve für Kostenbeteiligungen ein.

Massgebend sind im Einzelfall die offiziellen Regeln und deine konkrete Wohn- und Familiensituation.

Warum es in der Schweiz keine kostenlose Familienversicherung gibt

In der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung können nicht erwerbstätige Ehepartner und Kinder unter den Voraussetzungen von § 10 SGB V ohne eigenen Beitrag mitversichert sein (§ 10 SGB V). Die Schweiz funktioniert grundlegend anders.

Der Grund liegt in zwei Prinzipien. Erstens gilt die Versicherungspflicht pro Person: Jede Person, die sich in der Schweiz niederlässt, muss spätestens drei Monate nach der Wohnsitznahme eine eigene Krankenversicherung abschliessen, und dieselbe Frist gilt für Eltern, die ihr neugeborenes Kind bei einem Versicherer anmelden müssen (BAG). Zweitens ist die Grundversicherungsprämie eine Kopfprämie: Sie hängt nicht vom Einkommen ab und unterscheidet sich nach Versicherer, Wohnort und gewählter Versicherungsform (BAG).

Aus beidem folgt zwingend: Weil jede Person, auch jedes Kind, einzeln versicherungspflichtig ist und eine eigene, einkommensunabhängige Prämie trägt, fällt für den nicht erwerbstätigen Ehepartner und für jedes Kind eine eigene Prämie an. Eine beitragsfreie Mitversicherung der ganzen Familie über ein einziges „Hauptmitglied” gibt es in der Schweizer Grundversicherung nicht.

Jede Person zahlt eine eigene Kopfprämie

Die Prämie der Grundversicherung wird für alle nach denselben Regeln kalkuliert, nicht nach Lohn, sondern nach Versicherer, Wohnort und Versicherungsform (Franchise und Modell) (BAG). Für das Alter kennt die Grundversicherung dabei nur drei Altersklassen: Kinder bis zum vollendeten 18. Altersjahr, junge Erwachsene vom 19. bis zum vollendeten 25. Altersjahr und Erwachsene ab dem 26. Altersjahr (priminfo.admin.ch).

Das ist die gute Nachricht für Familien: Kinder zahlen deutlich weniger als Erwachsene. Wie gross der Abstand ist, zeigt die offizielle mittlere Prämie des Bundes, ein nationaler Durchschnitt, kein für dich gültiger Preis:

Alle Spalten lesen: Tabelle bei Bedarf horizontal verschieben. Mit der Tastatur: Tabelle fokussieren und die Pfeiltasten verwenden.

AltersklasseMittlere Monatsprämie 2026 (Richtwert, nationaler Durchschnitt)
Erwachsene (ab 26)rund 465.30 Fr.
Junge Erwachsene (19 bis 25)rund 326.30 Fr.
Kinder (bis 18)rund 122.50 Fr.

Quelle: BAG-Medienmitteilung zu den Prämien 2026.

Rechenbeispiel: Krankenkasse für eine vierköpfige Familie

Die folgenden Prämien sind frei gewählte Rechenwerte, keine aktuellen Angebote oder Durchschnittspreise. Sie zeigen, wie du zwei Erwachsene und zwei Kinder in einem Budget zusammenführst.

Alle Spalten lesen: Tabelle bei Bedarf horizontal verschieben. Mit der Tastatur: Tabelle fokussieren und die Pfeiltasten verwenden.

FamilienmitgliedBeispielprämie pro MonatPrämie pro Jahr
Elternteil 1400 Franken4800 Franken
Elternteil 2350 Franken4200 Franken
Kind 1100 Franken1200 Franken
Kind 2100 Franken1200 Franken
Familie insgesamt950 Franken11 400 Franken

Hinzu kommen mögliche Kostenbeteiligungen und separat abgeschlossene Zusatzversicherungen. Eine bewilligte Prämienverbilligung kann die Belastung verringern. Die Tabelle berücksichtigt beides noch nicht. Für dein eigenes Budget ersetzt du jeden Beispielwert durch die Prämie aus dem amtlichen Prämienrechner Priminfo.

So vergleichst du die Kosten für deine Familie

  1. Erfasse Alter und künftigen Schweizer Wohnort für jedes Familienmitglied.
  2. Vergleiche pro Person die Grundversicherung mit passendem Modell und gleicher Unfalldeckung.
  3. Addiere die zwölf Monatsprämien je Person. Prüfe den Anspruch auf Prämienverbilligung gesondert beim Kanton.
  4. Plane zusätzlich eine verfügbare Reserve für Franchise und Selbstbehalt. Vergleiche die Franchise 300 oder 2500 für Erwachsene anhand ihrer tatsächlichen Prämien.

Welche Familiensituation trifft auf euch zu?

Wie die Schweiz Familien gezielt entlastet

Auch wenn jede Person zahlt: Das System ist für Kinder und Familien an mehreren Stellen bewusst günstiger ausgestaltet. Vier Punkte sind entscheidend.

Kinder zahlen tiefere Prämien

Kinder und Jugendliche bilden eine eigene Altersklasse mit deutlich tieferer Prämie, im nationalen Durchschnitt 2026 etwa ein Viertel der Erwachsenenprämie (BAG). Jedes weitere Kind kostet also nicht so viel wie ein Erwachsener.

Reduzierte Franchise für Kinder

Bei der Franchise, dem Betrag, den man pro Jahr selbst trägt, bevor sich die Kasse beteiligt, sind Kinder bessergestellt. Ihre ordentliche Franchise beträgt 0 Franken; wählbar sind Stufen von 100, 200, 300, 400, 500 oder 600 Franken. Erwachsene starten dagegen bei 300 Franken (ordentlich) und können bis 2500 Franken wählen (BAG: Wahlfranchisen). Für ein Kind lässt sich die Grundversicherung also ohne jede ordentliche Franchise führen; Versicherer müssen allerdings nicht jede Stufe anbieten.

Gedeckelter Selbstbehalt für Kinder

Über die Franchise hinaus trägt man einen Selbstbehalt von 10 Prozent der die Franchise übersteigenden Kosten. Dieser wird für Kinder bis 18 Jahre bis höchstens 350 Franken pro Jahr angerechnet, halb so viel wie bei Erwachsenen (700 Franken) (BAG: Kostenbeteiligung). Die angerechnete jährliche Kostenbeteiligung pro Kind ist damit gesetzlich nach oben begrenzt.

Kein Spitalbeitrag für Kinder

Bei einem Spitalaufenthalt fällt normalerweise ein Beitrag von 15 Franken pro Tag an. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie für junge Erwachsene bis 25 Jahre in Ausbildung entfällt dieser Beitrag, ebenso für Mutterschaftsleistungen (BAG: Kostenbeteiligung). Auch hier entlastet das System Familien gezielt.

Individuelle Prämienverbilligung (IPV): die zentrale Familien-Entlastung

Das wichtigste Instrument gegen hohe Familienprämien ist die individuelle Prämienverbilligung (IPV). Die Kantone verbilligen die Prämien von Versicherten, «die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben»; finanziert wird die IPV gemeinsam von Bund und Kantonen (BAG: Prämienverbilligung).

Für Familien gibt es eine bundesrechtliche Mindestvorgabe (Art. 65 Abs. 1bis KVG): Für Familien mit unteren und mittleren Einkommen müssen die Kantone die Prämien der Kinder um mindestens 80 Prozent und die Prämien der jungen Erwachsenen in Ausbildung um mindestens 50 Prozent verbilligen (BAG). Gerade für Familien mit mehreren Kindern kann das die effektive Belastung erheblich senken.

Wichtig: Die IPV ist kantonal organisiert. Jeder Kanton regelt im Rahmen der bundesrechtlichen Vorgaben, wer Anspruch hat und wie stark verbilligt wird; manche Kantone gewähren die Verbilligung automatisch, andere nur auf Gesuch. Das Gesuch ist bei der zuständigen kantonalen Behörde einzureichen (BAG). Konkrete Einkommensgrenzen und Beträge unterscheiden sich von Kanton zu Kanton und lassen sich national nicht beziffern. Erkundige dich deshalb direkt bei der zuständigen Stelle deines Wohnkantons, ob deine Familie Anspruch hat.

Was eine Familie wirklich zahlt

Eine seriöse Gesamtzahl „so viel kostet die Krankenkasse für eine Familie” gibt es nicht, und wer sie verspricht, vereinfacht zu stark. Die tatsächlichen Kosten hängen von mehreren Faktoren ab:

  • Wohnkanton und Prämienregion: Prämien unterscheiden sich regional deutlich.
  • Versicherer: jede Kasse kalkuliert eigene Prämien.
  • Modell: Standardmodell oder ein günstigeres Alternativmodell (Hausarzt, HMO, Telmed).
  • Franchise: je Person frei wählbar, bei Kindern ab 0 Franken.
  • Anzahl und Alter der Kinder: jedes Kind hat eine eigene, tiefere Prämie.
  • Anspruch auf IPV: je nach Einkommen und Kanton.

Statt einer Pauschalsumme rechnest du die Familienkosten deshalb am besten pro Person zusammen und nutzt dafür den offiziellen Prämienrechner des Bundes auf priminfo.admin.ch. Wie die einzelnen Stellschrauben (Versicherer, Wohnort, Altersgruppe, Franchise, Modell) die Prämie bestimmen, erklärt unser Ratgeber Die günstigste Krankenkasse finden. Und wenn ihr gerade erst zugezogen seid, findet ihr im Leitfaden Krankenversicherung Schweiz für Zuzüger die wichtigsten Fristen, inklusive der Drei-Monats-Frist, die auch für jedes neugeborene Kind gilt.

So gehst du als Familie vor

  1. Jede Person einzeln betrachten: jedes Familienmitglied braucht eine eigene Police und hat eine eigene Prämie.
  2. Fristen einhalten: innert drei Monaten nach Zuzug, bei Neugeborenen innert drei Monaten nach der Geburt; bei fristgerechter Anmeldung gilt der Schutz rückwirkend ab dem Ereignis.
  3. Pro Person Modell und Franchise wählen: Kinder können ohne ordentliche Franchise (0 Franken) versichert werden.
  4. IPV prüfen: bei unteren und mittleren Einkommen lohnt sich die Anfrage bei der kantonalen Behörde fast immer.
  5. Neutral vergleichen: echte Prämien für deinen Wohnort findest du auf priminfo.admin.ch.

Eine Familie bedeutet mehrere Verträge, mehrere Franchisen und, je nach Kanton, einen möglichen IPV-Anspruch. Das ist mehr Entscheidung als bei einer Einzelperson. Wenn du das nicht allein durchgehen möchtest, hilft dir unser kostenloser Versicherungs-Check, den Bedarf deiner Familie in wenigen Minuten einzuordnen. Lieber persönlich? Du kannst jederzeit eine kostenlose Beratung anfordern: unverbindlich und auf Deutsch.

Vom Lesen zum Entscheiden

Soll das jemand mit dir durchgehen?

Bei einer Familie multipliziert sich jede Entscheidung: Franchise, Modell und Zusatz gelten je Person, und für Kinder gelten eigene Regeln. Genau dort lohnt es sich, einmal alle Policen nebeneinanderzulegen.

Rückruf anfordern, in einer Minute erledigt

Hinterlasse deine Kontaktdaten für einen Rückruf zu deinem Anliegen. Wir organisieren den Kontakt zur Versicherungsberatung. Deine Anfrage verpflichtet dich zu keinem Abschluss.

Name, E-Mail und Telefonnummer sind für deinen Rückruf erforderlich.

Kostenlos & unverbindlich

Für vermittelte Beratungen erhalten wir eine Vergütung. Wir sind ein Lead-/Marketing-Dienst, kein Versicherungsvermittler.

Häufige Fragen

Gibt es in der Schweiz eine kostenlose Familienversicherung?
Nein. In der Schweizer Grundversicherung ist jede Person, auch jedes Kind, einzeln versicherungspflichtig und zahlt eine eigene, einkommensunabhängige Prämie. Eine beitragsfreie Familienmitversicherung wie in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse unter den Voraussetzungen von § 10 SGB V gibt es hier nicht. Für den nicht erwerbstätigen Ehepartner und für jedes Kind fällt eine eigene Prämie an.
Was kostet die Krankenkasse für eine Familie in der Schweiz?
Eine pauschale Gesamtsumme gibt es nicht. Die Kosten hängen von Wohnkanton, Versicherer, Modell, gewählter Franchise sowie Anzahl und Alter der Kinder ab. Als grobe Orientierung dient die offizielle mittlere Monatsprämie 2026: rund 465.30 Franken für Erwachsene, 326.30 Franken für junge Erwachsene und 122.50 Franken für Kinder. Das ist ein nationaler Durchschnitt; deine echten Prämien rechnest du pro Person auf priminfo.admin.ch.
Zahlen Kinder weniger Krankenkassenprämie als Erwachsene?
Ja, deutlich. Die Grundversicherung kennt drei Altersklassen: Kinder bis zum vollendeten 18. Altersjahr, junge Erwachsene vom 19. bis zum vollendeten 25. Altersjahr und Erwachsene ab dem 26. Altersjahr. Kinder zahlen im nationalen Durchschnitt 2026 rund 122.50 Franken pro Monat, etwa ein Viertel der Erwachsenenprämie. Zusätzlich haben Kinder eine ordentliche Franchise von 0 Franken und einen Selbstbehalt, der bis höchstens 350 Franken angerechnet wird.
Was ist die individuelle Prämienverbilligung (IPV) für Familien?
Die IPV ist eine von Bund und Kantonen finanzierte Verbilligung der Prämien für Versicherte in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen. Für Familien mit unteren und mittleren Einkommen müssen die Kantone die Kinderprämien um mindestens 80 Prozent und die Prämien junger Erwachsener in Ausbildung um mindestens 50 Prozent verbilligen. Die IPV ist kantonal organisiert; das Gesuch stellst du bei der zuständigen kantonalen Behörde.

Quellen

Aktualisiert am .

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.

Hat dir dieser Ratgeber geholfen?

Füge schweiz-start.ch bei Google als bevorzugte Quelle hinzu. So findest du unsere Inhalte leichter wieder und unterstützt unsere Arbeit.

Bei Google hinzufügen

Öffnet einen neuen Tab. Dort schweiz-start.ch auswählen.